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Schlagwort: Tutorial

Mit Tarnkappe durch das Netz: Zwei einfache Anti-Tracking Tools für euren Browser

Das Studium kann es manchmal nötig machen, dass man nach Begriffen im Netz sucht, die eher nicht zu den alltäglichen Suchbegriffen gehören. Dazu gehören auch Begriffe zu Themen, die man nicht unbedingt in Form von Werbeanzeigen auf Webseiten oder Buchvorschlägen in Online-Shops wiedersehen möchte.  Was kann man dagegen tun? Und wie werdet ihr als User im Netz eigentlich analysiert bzw. getracked während ihr verschiedene Webseiten besucht?

Grundsätzlich gibt es sehr viele Möglichkeiten, eure Aktivitäten im Netz zu analysieren: Eure IP-Adresse ist beispielsweise eine sehr einfache Variante, um euch auf einer Webseite zu identifizieren. Und eins ist seit Snowden klar: Unbeobachtet online zu sein ist eine immens schwere Aufgabe.
In diesem Artikel soll es allerdings vorerst um zwei Tracking-Methoden gehen, die ihr relativ leicht verhindern könnt: Tracking-Cookies, die eure Aktivität über verschiedene Webseiten verfolgen sowie Plugins von Sozialen Netzwerken auf Webseiten wie z. B. ein Like-Button, welcher dem Anbieter des Sozialen Netzwerks verrät, dass ihr gerade die jeweilige Webseite besucht. (Ausführliche Erklärung findet ihr unten)

Was kann man gegen Tracking beim Surfen tun?

Browser-Erweiterungen: EFF Privacy Bagder und Ghostery

Für die Browser Chrome und Firefox existieren verschiedene Add-Ons, die die sogenannten Tracking-Cookies nicht zulassen und auch Tracking-Plugins von Sozialen Netzwerken wie den Like- oder Share-Button so blockieren, dass keine Verbindung zum Server des jeweiligen sozialen Netzwerks aufgenommen wird.

Logo des Privacy Badgers: Ein gemaltes Stinktier mit schelmisch lächelnden Gesicht
Privacy Badger Logo, nicht unter freier Lizenz

Eine Anti-Tracking-Tool ist der Privacy Badger, welcher von der NGO Electronic Frontier Foundation entwickelt wird. Die Anzeige des Privacy Badgers ist am Anfang etwas irritierend, da die Privacy Badger Erweiterung Cookies erst blockiert, wenn tatsächlich festgestellt wird, dass dieser auf mehreren Seiten genutzt wird.

Download der Browser-Erweiterung: Privacy Badger

Alternativ dazu bietet die Anti-Tracking-Erweiterung Ghostery eine etwas schickere und leichter verständliche Oberfläche als der Privacy Bagder. Allerdings steckt hinter Ghostery ein kommerzielles Unternehmen sowie ein Geschäftsmodell: Das Plugin sammelt anonyme Daten, um mehr über die Werbeanzeigen-Nutzung zu erfahren – diese Datensammlung kann jedoch bei der Einrichtung deaktiviert werden. Ghostery bietet ebenfalls eine Browser-App für das Smartphone an, mit der ihr trackingfrei surfen könnt (Android-App, iOS-App)

Webseite der Browser-Erweiterung: Ghostery

Werbeanzeigen blockieren mit uBlock

Um Werbeanzeigen auf Webseiten ist seit längerem ein heftige Diskussion entbrannt – Anbieter wie Zeitungsverlage beharren stets darauf, dass ohne Online-Werbeanzeigen die Journalist*innen nicht finanziert werden können. Die Anzeigen werden jedoch meist über große Werbenetzwerk-Anbieter abgewickelt Thorsten Schröder und Frank Rieger zeigten aber auf der re:publica 2016 sehr eindrucksvoll, dass Verlage ihre Leser*innen nicht vor Schadcode schützen können, der über diese Werbenetzwerke ausgespielt werden können: Ad-Wars (republica 2016, Youtube). Die Entscheidung bleibt also neben der Frage der Finanzierung von Journalismus oder anderen Inhalten im Netz eine Frage der Sicherheit des eigenen Computers.

Die populärste Erweiterung zum Blockieren von Werbeanzeigen ist Ad-Block Plus, die allerdings immer wieder in Kritik geraten ist.

Rotes Stoppschild mit einem u darin sowie dem Schriftzug uBlock
Logo uBlock, nicht unter freier Lizenz

Eine Alternative ist die Open Source Erweiterung uBlock Origin, welche ich persönlich in Kombination mit dem EFF Privacy Badger nutze. Wenn eine Webseite nicht korrekt angezeigt wird, kann die Blockierung auch temporär abgeschaltet werden.

 

Wie funktioniert die Verfolgung im Netz genau?

Tracking-Methode 1: Cookies

Cookies sind an sich sind keine „böse“ Technologie, sondern werden von Webseiten auf eurem Rechner oder eurem Smartphone angelegt, um euch z.B. automatisch einzuloggen auf Webseiten. Sie können aber leider auch total gut dazu benutzt werden, um euch auf mehreren Webseiten zu folgen und euch bspw. zielgerichtet Werbung anzuzeigen.
Dadurch also, dass Webseitenbetreiber*innen also Werbeanzeigen von Werbenetzwerken einbinden, können Cookies bei euch abgelegt werden. Binden auch andere Webseiten Werbeanzeigen von diesem Anbieter ein, kann das Werbenetzwerk euch über mehrere Webseiten hinweg analysieren.

Tracking-Methode 2: Plugins von Sozialen Netzwerken

Der Like oder Share-Button von Facebook oder der Share-Button von Twitter sind inzwischen auf vielen Webseiten zu finden. Es gibt Varianten, die nur auf einen externen Dialog bei Facebook oder Twitter verlinken, der sich in einem Extra-Fenster öffnet. Zum Beispiel könntet ihr diese Seite mit diesem Link teilen: Beitrag auf Twitter teilen. Erst wenn ihr auf den Link klickt, kann Facebook registrieren, dass ihr diesen Blogbeitrag besucht habt.

Beispiel eines Like-Buttons, welcher die Like-Anzahl anzeigt und direkt von Facebook geladen wird (Screenshot)
Like-Button Screenshot

Es gibt aber auch eine Variante, bei welcher der Like-Button direkt von Facebook geladen wird und bspw. die Like-Anzahl direkt anzeigt (siehe rechts). Ohne Erweiterung wie dem Privacy Badger oder Ghostery wird Facebook somit direkt beim Seitenbesuch darüber informiert, dass ihr auf diesem Blogbeitrag bzw. auf der jeweiligen Webseite unterwegs seid.

Weitere Methoden

Dies waren nur zwei kleine Methoden, die eure Aktivitäten im Netz analysierbar machen. Es gibt jedoch weitaus mehr Überwachungs- oder Analysemöglichkeiten, gegen die auch diese Browser-Erweiterungen nicht oder nur bedingt schützen. Einen kompakten Einstieg (englisch) bietet die Surveillance Self Defense Webseite des EFF oder der Artikel  Zwei Jahre Snowden-Enthüllungen: Special zur digitalen Selbstverteidigung auf netzpolitik.org.

Auch wenn die Online-Überwachung für Privatpersonen im Alltag oft nebensächlich erscheinen mag, es keine hundertprozentige Sicherheit gibt und man sich auf Sozialen Netzwerken nur bedingt schützen kann – viele Berufsgruppen wie Anwälte, Ärzte, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Journalist*innen sind auf eine geheime Kommunikation angewiesen, um Patient*innen bzw. Klient*innen zu schützen. Und auch Forscher*innen haben oft eine hohe Verantwortung gegenüber Personen, von denen sie vertrauliche Daten erheben. Spätestens an dieser Stelle sollte man sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und Patientendaten beispielsweise keinesfalls unverschlüsselt per E-Mail durch das Internet schicken.

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: PublicDomainImages auf Pixabay, CC0.
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Happy Birthday, World Wide Web!

Die erste Webseite ging genau vor 25 Jahren online, als Tim Berners-Lee in einer Online-Diskussionsgruppe am 6. August 1991 zum ersten World Wide Web Besuch auf info.cern.ch einlud (Das Internet als Vernetzung von Rechnern weltweit mit Diensten wie E-Mail gab es schon länger). Seitdem ist unglaublich viel passiert, wie z.B. die Seite Evolution of the web zeigt. Das Grundprinzip ist aber das selbe geblieben: Eine HTML-Datei mit ein paar Formatbefehlen wie <html>, <head>, <body> und <p> reicht aus, um einen Inhalt auf der ganzen Welt abrufbar zu machen. Eine echte Revolution, wenn man bedenkt wie schwierig es vorher war, Informationen und Wissen global zu teilen.

Zur Feier des Tages: HTML lernen

Wer jetzt zur Feier des Tages etwas mit HTML5 experimentieren möchte und schnell eine eigene Webseite erstellen will, für den habe ich folgenden Tipp: Die Lernplattform Khan Academy bietet einen interaktiven Einführungskurs für alle, die ihre Kenntnisse auffrischen wollen oder einfach ein bisschen experimentieren wollen. Für den Kurs ist keine Anmeldung nötig, der Kurs ist jedoch englischsprachig: Intro to HTML/CSS: Making webpages:

In dem Sinne: Happy Birthday, World Wide Web!

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