Skip to content

Schlagwort: silicon valley

„They’re gonna be very angry“ – warum Künstliche Intelligenz und Automatisierung uns alle betrifft

Viele der technischen Innovationen im Bildungsbereich werden in naher Zukunft vermutlich aus dem Silicon Valley ihren Weg zu uns finden. Doch nicht nur der Bildungsbereich ist betroffen: Viel mehr geht es um die gesamte Organisation der Arbeitswelt und des täglichen Lebens, die durch neue Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Virtual Reality maßgeblich verändert werden soll. Technik-Hypes, Hoffnungen und Heilsversprechen hin oder her – wie umfassend und intensiv im Silicon Valley mit High-Tech, großen Budgets und Expert*innen aus aller Welt an der Zukunft gearbeitet wird, zeigt die ZDF-Doku „Schöne neue Welt“.

Angela Andersen und Claus Kleber sind auf Entdeckungsreise gegangen und schwanken zwischen Bewunderung des Fortschritts und der Furcht vor Veränderungen an der Welt, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Letzteres überwiegt dabei meistens und den roten Faden vermisst man auch ein wenig. Nichtsdestotrotz haben Andersen und Kleber interessante Gesprächspartner*innen vor die Kamera bekommen, wegen welchen sich das Anschauen der Doku für euch lohnen könnte.

Automatisierung und Künstliche Intelligenz als Bedrohung von Akademiker*innen?

So prophezeit Stanford-Professor Neil Jacobstein (ab Minute 36:00), dass nicht nur einfache Arbeiter*innen vom Automatisierungsumbruch betroffen sein werden, sondern auch vermeintlich gut ausgebildete Akademiker*innen mit hohen Erwartungen, deren Jobs durch Künstliche Intelligenz verschwinden: „They’re gonna be very angry“. Für ihn stellt sich die Frage, wie sich die Zerstörung und der Aufbau neuer Jobs durch neue Technologien im Gleichgewicht halten lassen. Jacobstein verweist dabei auch auf die Sicherung eines Existenzminimums für alle, um die Folgen des Fortschritts bewältigen zu können.

Europäer*innen als Stimme der Vernunft?

Vorsicht, Spoiler:

Die Doku gipfelt dann in dem eher bizarren Schlussfazit, welches teilweise mit Bildern des Burning Man Festivals unterlegt ist:

Müssen wir mitgehen auf diesen Trip? Nein, wir sind Europäer – aus anderem Holz geschnitzt. Wir vergöttern Veränderungen nicht so. Das ist nicht unser Trip. Vielleicht neigen wir zu einem schärferen Blick dafür, wie untrennbar verwoben Verheißung und Gefahr im Fortschritt sind.
Sehen besser, wie dringend es wäre nachzudenken, bevor Unwiderrufliches geschieht.
Aber bremsen allein wird nicht reichen.

In Deutschland ist man vielleicht weiterhin theoretisch skeptisch gegenüber den großen Internetkonzernen und ihren Innovationsprodukten eingestellt – und doch hat Googles Suchmaschine seit mehreren Jahren einen Marktanteil von über 90 % in Deutschland. Der Facebook Messenger als auch WhatsApp führen in den europäischen Ländern die Nutzungsstatistik mit weitem Vorsprung gegenüber der Konkurrenz an. Wo da die zitierten, anders geschnitzten Europäer auf die Bremse treten oder überhaupt treten könnten, bleibt offen.

Die gesamte Doku findet ihr hier: Schöne neue Welt: Wie Silicon Valley unsere Zukunft bestimmt (Mediathek-Beitrag)

Längere Einzelinterviews sind ebenfalls verfügbar:

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten.
Leave a Comment