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*** Studieren.digital *** Posts

Hey!

Kool, dass du auf studieren.digital gelandet bist! Hier bekommst du einen Überblick über das Projekt: About studieren.digital. Du kannst dem Blog auf InstagramFacebook oder Twitter folgen – freue mich über jeden Like, Kommentar, Weiterempfehlung an Freunde sowie jeden Follower und jede Followerin! Gerne auch konstruktive Kritik oder Artikelvorschläge an mich schicken!

Viel Spaß auf studieren.digital!
Matthias

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Frohes neues Jahr!

Zu erst einmal: Vielen Dank für 985 Besuche auf studieren.digital! Vielen Dank auch für Wertschätzung, kritisches Feedback sowie alle Tweets, Retweets und geteilte Artikel. Seit dem ersten Beitrag am 16. Mai 2016 habe ich es geschafft, noch 42 weitere Artikel hier zu veröffentlichen. Die Top 3 der meistgelesenen Artikel sieht wie folgt aus (eindeutige Seitenansichten):

  1. UniNow-App: Stundenplan, Noten, Mensagerichte, Bücher verlängern (140)
  2. QCAmap: Kostenfreies Online-Tool für die Qualitative Inhaltsanalyse (Mayring) (83)
  3. Von universitären Analogburgen und digitalen Wolken (160)

Manchmal sind es aber nicht die großen Zahlen, sondern die kleinen Dinge, über die man sich als Blogger sehr freut: In den Statistiken fand ich den Hinweis, dass einer meiner Artikel in der Seminar-Linksammlung „Erstellen von Erklärvideos“ an der PH Wien verwendet wurde. 🙂

Was 2016 liegen blieb

Einige Dinge, die ich 2016 eigentlich noch in den Blog packen wollte und hier schon mal gerne mit euch teile:

  • Paperhive testen („The coworking hub for researchers“)
  • Einen Beitrag über Science GIFs schreiben
  • Artikelreihe Hausarbeiten gemeinsam online schreiben produzieren
  • weitere Annotationstools (neben Mendeley, hypothes.is) für PDFs oder Online-Inhalte
  • Speedreading-Konzept und Studien zu Stift/Papier vs. Tablet vorstellen
  • Eine Artikelreihe zu Anti-Ablenkungsstrategien / Fokussierung beim Studieren (z.B. Pomodoro-Technik, Sinnhaftigkeit von technischen Hilfsmittel wie RescueTime)
  • Den Zitierdienst Paperpile für Google Docs im Praxiseinsatz testen
  • Apps wie FolderSync vorstellen, mit denen man Dateien zwischen verschiedenen Geräten (Laptop, Smartphone, Tablet) synchronisieren kann
  • Das Web und seine Inhalte mit Tools wie diigo.com erforschen und Webseiteninhalte beim Zugriff abspeichern
  • Selber eine Austellung in der Virtuellen Realität machen, z.B. mit Google Cardboard
  • Das Kapitel „Students are accurate judges of how much they know“ des Buches Great Myths of Education and Learning besprechen, in welchem der Dunning Kruger Effekt mal ernsthaft in Bezug auf Lernen und „schwache“ Leistungen betrachtet wird und nicht so arrogant, wie es sonst der Fall ist.
  • Mich dem Dienst Slack (und datenschutzfreundlichen Alternativen wie Mattermost) widmen, die den gängigen Lernmanagementsystemen wie Moodle oder ILIAS meiner Ansicht nach meilenweit überlegen sind, u.a. wegen der Einbindung von vielen anderen Online-Diensten sowie was die Erweiterungsmöglichkeiten durch Studis betrifft, z.B. durch Erstellen eines Bots oder durch Workflow-Dienste wie zapier.com.
  • Persönliche Workflows mit Diensten wie Taco erstellen, um produktiver zu sein

Urheberrecht und Internet wird 2017 Thema bleiben

Das #VGWort Dilemma würde ja kürzlich noch durch eine Einigung verhindert, das Urheberrecht wird national sowie auf internationaler Ebene aber weiterhin ein unangenehmes Thema bleiben. Julia Reda hat das auf dem Hackerkongress 33c3 noch einmal beschrieben:

Wie geht es weiter mit studieren.digital in 2017?

Die Balance zwischen Video-Tutorials, kurzen Blogbeiträgen und Longreads/Meinungsbeiträgen zu halten war für mich nicht immer ganz leicht im Jahr 2016. Wie ich die Herausforderung 2017 angehen soll, überlege ich derzeit noch. Weiterhin überlege ich auch, ob weitere Kanäle (Whatsapp-Abo, Telegram-Channel) oder andere Formate (Mini-Podcasts ohne Gäste, um ausführlicher Ideen zu beschreiben) sinnvoll sind.

Ideen, Wünsche und Feedback gerne in den Kommentaren posten oder mir privat mitteilen! Vielen Dank!

Ausführliche Webseitenstatistik:

Piwik-Statistik: Übersicht der Kennzahlen
Piwik-Statistik: Übersicht der Kennzahlen
Piwik-Statistik: Verlauf der Besuchszahlen im Jahr 2016
Piwik-Statistik: Verlauf der Besuchszahlen im Jahr 2016
Twitter mit knapp über 50%, danach Facebook mit ca. 20%, danach Google
Piwik-Statistik: Links aus Sozialen Netzwerk auf den Blog

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags von Foundry (Pixabay, CC0 Lizenz).

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Der Unirahmenvertrag-Countdown: Alles löschen oder nicht? #VGWort

Service von mir für euch – der Countdown zum Unirahmenvertrag oder zum großen Löschen:

[tminus t=“01-01-2017 00:00:01″ style=“carbonite-responsive“/]

 

Bisher unklar ist,

  • ob die Arbeitsgruppe von KMK, HRK und VG Wort wirklich zu einer Lösung findet,
  • Oder ob Lehrende den Silvesterabend mit dem Offline-Schalten ihrer Kurse verbringen und die Abmahnanwälte sich ab dem 1.1.2017 gierig um die ILIAS, Moodle und anderen Hochschul-Plattformen scharen werden, um Beute zu erlegen?

All dies wissen wir spätestens, wenn dieser Countdown abgelaufen ist.

Letztendlich ganz lustig, weil die Arbeitsgruppe jetzt wie Studis arbeitet: Schön auf den letzten Drücker noch den Vortrag fertig machen, für den man eigentlich ziemlich viel Zeit vorher gehabt hätte!

Was bleibt offen?

Offen bleibt vorerst, wer da seit zwei Jahren so einen miesen Rahmenvertrag aushandelt, den die Hochschulen jetzt ziemlich kurzfristig abgelehnt haben. Die Gründe für die Ablehnung findet ihr hier (Video unter freier Creative Commons Lizenz – auch 2017 in der Lehre einsetzbar, wenn sonst nichts mehr da ist an Inhalten im Worst-Case ;-)):

Offen bleibt auch, ob es die Verwertungsgesellschaft Wort überhaupt juckt, dass sie von Studierenden gerade als ziemlich unsympathisch empfunden wird und wie viele Leute noch diese Petition unterschreiben: „Stoppt die Versetzung der Hochschulen ins prädigitale Zeitalter!“. Oder ob die VG Wort eh gerade mit anderen Problemen mehr beschäftigt ist.

Was wissen wir jetzt?

  • Lehre ist schwierig, wenn man keine Inhalte verwenden darf.
  • Rechtlich wird es kompliziert, wenn die Welt des Internets mit den Urheber- und Verwertungsrechten kollidiert, die schon etwas länger gewachsen sind und mehr so von analoger Verbreitung (Stichwort Kopierer) begrenzt waren.
  • Und eigentlich ist es doch auch irgendwie doof, wenn man nicht mal seine eigenen Texte den Studis zur Verfügung stellen kann:

Der #Funfact ist gerade nämlich, dass viele Lehrende die Exklusivrechte ihrer eigenen Texte jahrelang an die Verlage übertragen haben als sie diese veröffentlicht haben. Somit kann ein Lehrender nicht mal seinen eigenen Text im Seminar oder der Vorlesung verwenden bzw. für Studis kopieren, wenn der neue Rahmenvertrag nicht zustande kommt. Der Lehrende muss sich für seinen Text erst die Erlaubnis vom Verlag abholen oder allen Studis empfehlen, sein Buch zu kaufen. Oder tatsächlich indirekt zur Piraterie bzw. dem illegalen Verteilen seines Werkes unter den Studierenden aufrufen oder seinen USB-Stick auf dem Tisch vergessen. Vielleicht kommen auch Dead Drops (eingemauerte USB Sticks) wieder in Mode?

Push für Open Access und OER?

Spannend wird auch, ob Open Access und Open Educational Resources wirklich dadurch einen Push erhalten, wie es das Bündnis freie Bildung sich gerne wünscht.

Fraglich für mich gerade noch, ob 2017 auch ohne neuen Rahmenvertrag Creative Commons Inhalte mit NC-Einschränkung (nichtkommerziell) genutzt werden dürfen, wenn Hochschulen z.B. Drittmittel erhalten:

Was ihr tun könnt:

Weitere Hintergründe zum Schlamassel:

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Lehre von 1 Team statt von 1 Prof? #NaiveFrage

Neue Herausforderungen erfordern neue Wege? Zusammenarbeit, Kollaboration, Vernetzung, Interdisziplinarität, Team- und Projektarbeit – all diese Schlagworte werden gerne benutzt, wenn es um die zukünftigen Herausforderungen geht, die Studierende meistern sollen. Aber wie Ernst werden sie eigentlich von Professor*innen und Entscheider*innen an Unis und FHs genommen, wenn es um Lehre geht?

1 Prof, der alles können muss?

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Die Welt wird für Virtual Reality in 3D erfasst

Zu erst begannen Menschen, Landkarten von der Welt anzufertigen. Vor einigen Jahren fuhr Google mit Kamera-Autos durch die Welt und schuf mit Street View eine riesige Sammlung von Panoramas der Welt, durch die man sich navigieren kann. Die Karten und Fotos verschmolzen – richtig frei fühlt sich die Bewegung durch diese virtuelle Welt aber noch nicht an.

Mit dem Aufkommen von neuen Virtual Reality Anwendungen wird es immer leichter, 3D-Abbilder der Welt zu erstellen. Diese App soll es z.B. kinderleicht ermöglich, die eigene Wohnung mit der Kamera zu erfassen und in ein 3D-Modell umzuwandeln:

Die Firma Wolfprint ist weniger an Räumen interessiert, sondern sie will die Menschheit als möglichst originalgetreue Avatare in die Virtuelle Realität bringen:

Mit Microsofts neuer VR-Brille Hololens und der App Holomaps soll auch das gemeinsame Arbeiten an 3D-Stadtmodellen möglich sein:

Welche Anwendungen und welche technischen Lösungen sich durchsetzen, ist derzeit noch unklar. HP hat gerade ebenfalls eine 3D-Scannerlösung für den heimischen Schreibtisch vorgestellt. An was gerade gearbeitet wird bzw. was im Bildungsbereich schon eingesetzt wird, seht ihr in dieser Youtube-Playlist:

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Fake-News, Postfaktisch & mehr? Wie reagiert die Wissenschaft?

Eva Bucher hat für ZEIT Campus zu diesem Thema rund 40 Professorinnen und Professoren angeschrieben, etwa zwei Drittel haben ihr geantwortet. Die Antworten zeigen, dass auch etablierte Wissenschaftler*innen den derzeitigen Entwicklungen eher ratlos gegenüber stehen und über kein Konzept oder Ansätze verfügen, wie man wissenschaftliche Ergebnisse im Internet seriös, aber trotzdem wirkungsvoll verbreiten kann.

Zwei Zitate, die das für mich verdeutlichen:

An Person B: 2. Woran liegt das?
Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Dort stehen Meinung, Gerücht und wissenschaftliches Ergebnis ununterscheidbar nebeneinander. Es fehlt an Orientierung und Qualitätskriterien. Die Aufmerksamkeit wird eher dem zuteil, der am schrillsten auftritt. Da kann (und will!) Wissenschaft nicht mithalten. Die traditionellen Medien, egal ob Print, Hörfunk oder TV, berichten meist ausgewogen und würden so einen Unsinn nicht bringen.

An Person A: 4. Wie gehen Sie persönlich damit um?
Ich lese keine News, sondern bilde mir meine Meinung fast nur auf Basis von ausgewählten langen Artikeln aus erstklassigen Medien oder Forschungspapieren. Und ich denke lieber nach und diskutiere mit klugen Menschen, als mich im Internet opportunistisch beschallen zu lassen.

Was ist daran problematisch?

Jetzt müssen wir auch zum Thema #OpenAccess schwenken meiner Ansicht nach, denn interessierte Bürger*innen haben meist keinen kostenfreien Zugriff auf diese angesprochenen erstklassige Forschungspapiere. Das ist schon mal Problem Nummer eins, auch wenn der Zugriff allein wohl kaum mehr etwas helfen würde derzeit.
Also verbleibt nur die Hoffnung, dass ein*e Online-Journalist*in mit Zugang(!) die Ergebnisse aufgreift und sie prominent in den Social Media Kanälen platziert. Natürlich kann man auch hoffen, dass Menschen in Zeiten von Social Media wieder auf traditionellen Medienkonsum, „egal ob Print, Hörfunk oder TV“ umschwenken und dann alles wieder gut wird. Was ist da die aktuelle Strategie?

Und wenn ich den großen Teil der Antworten aus dem Interview lese, dann muss ich wieder an mein aufgeworfenes Bild der universitären Analogburgen denken, deren Burgbewohner*innen größtenteils noch ein ganz anderes Informationsverhalten in Bezug auf Medien haben und sehr, sehr weit von dem entfernt sind, was gerade in Facebook-Gruppen und generell da draußen in diesem Netz so los ist.

Von universitären Analogburgen und digitalen Wolken

Um mich nicht falsch zu verstehen: Nicht jede*r Wissenschaftler*in muss jetzt sofort zu Facebook oder Twitter und in die öffentliche Diskussion eintauchen, dafür ist die Zeit bei vielen wohl einfach zu knapp. Ebenso kann ich verstehen, wenn man als etablierte*r Forscher*in sich nicht mit den abtrusen Argumentationen auseinandersetzen will. Aber Ignoranz und „weiter publizieren wie bisher“ wird nicht weiterhelfen.

Also was tun?

Viel mehr sollten doch gerade jetzt neue Strategien für das Erreichen der Öffentlichkeit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen massiv angegangen werden und Projekte mit Personen initiiert werden, die das vermeintliche postfaktische Zeitalter besser kennen, genau untersuchen und mitgestalten wollen und können? Personen, die auch das wissenschaftliche Publikationssystem in das digitale Zeitalter bringen wollen? Die partizipative Ansätze entwickeln, welche auch im Zeit-Artikel kurz angesprochen wurden? Wenn man es nicht selber leisten kann, dann sollte man doch wenigstens andere Personen in die Position bringen, den Kampf um die Fakten anzugehen?

Welche Schlagkraft hätten denn all die Universitäten und Hochschulen in Deutschland, wenn sie sich analog und digital zusammenschließen würden und sich auf die Diskussion im Netz einlassen? Wenn sie ihre großen Ressourcen auch nutzen, um möglichst gute Inhalte wie Videos, Podcasts und Blogbeiträge oder andere Projekte zu machen, die möglichst alle Menschen in den Sozialen Netzwerken (also inzwischen ein großer Teil der Gesellschaft) erreichen könnten? Und hierbei geht es in erster Linie nicht drum, Menschen zu irgendetwas zu überzeugen, sondern ihnen den wissenschaftlichen Stand und die Denkweise dahinter überhaupt mal in den neuen Informationskanälen zu präsentieren. Also ein Versuch, gegen das Postfaktische anzugehen. Ein Versuch, ein Gegengewicht auf die Waage zu bringen. Und vielleicht ein Versuch, sich auch nicht mehr auf den Journalismus allein zu verlassen zur Verbreitung der Ergebnisse an die Öffentlichkeit?

Steht und fällt mit den Fakten nicht auch letztlich die Idee der Wissenschaft?

Nur zur Erinnerung: Nach der Erfindung des Buchdrucks eigneten sich Wissenschaftler*innen auch das Medium Buch an, um ihre Erkenntnisse großflächig zu verbreiten. Vorher wurde darin nur handschriftlich das Wissen verwahrt, welches Studierende dann 1 zu 1 aus ihrem Gedächtnis wiederholen sollten. Die Wissenschaftler*innen von damals hätten auch weiter auf mündliche Vorträge setzen können wie bisher. Taten sie aber nicht, sondern es kam enorme Bewegung in die Wissenswelten, als sie begannen den Buchdruck für sich zu entdecken.
Von all der Bewegung in Bezug auf das World Wide Web bekomme ich seit mehreren Jahren aber leider nichts mit? Das WWW wird, vor allem in den Geisteswissenschaften, weiterhin von den meisten Entscheider*innen als optionaler Publikationsort angesehen und nicht als ein wichtiger Ort der Wissensschaftskommunikation (Gerne korrigieren!). Nun sind wir nach Jahren der Ignoranz an dem Punkt, dass einige Menschen in den Sozialen Netzwerken, mit denen die Wissenschaftler*innen nicht diskutieren wollen, den Stinkefinger in Richtung der universitären Analogburgen recken und sagen: „Siehste, wir können auch ohne euch, euren langweiligen Vorträge und euren vermeintlichen Fakten!“.

Ich hoffe, dass wir in Zukunft nicht an den Punkt kommen, an dem die Idee der Wissenschaft mit all den verschiedenen Gedanken, all der Vielfalt und den damit verbundenen Widersprüchen generell in Frage gestellt wird und die universitären Analogburgen angezündet werden? Oder sind wir schon längst dort angekommen?

Vielleicht sollte man einfach mal die Klimaforscher*innen in der USA fragen. (Update 10.04.2017: Im Guardian beschreibt eine Klimaforscherin ihre derzeitigen Erfahrungen: I am an Arctic researcher. Donald Trump is deleting my citations).

Update 10.04.2017: Es gibt am 22. April 2017 einen ScienceMarch in mehreren deutschen Städten.

PS: Leseempfehlungen:

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Foto von adriankirby / Pixabay, CC0 Lizenz.
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Blockchain? Bitcoin? Kryptowährung? WTF?

Ich hatte das großartige Douglas Adams Zitat noch nicht im Blog, deswegen hole ich es jetzt nach (freie Übersetzung zitiert von Daniel Decker):

Ich hab mir ein paar Regeln ausgedacht, die beschreiben wie wir auf Technologie reagieren:

  1. Alles was es schon gab, als Du geboren wurdest, ist normal und gewöhnlich. Diese Dinge werden als natürlich wahrgenommen und halten die Welt am Laufen.
  2. Alles was zwischen Deinem 16ten und 36ten Lebensjahr erfunden wird ist neu, aufregend und revolutionär. Und vermutlich kannst Du in dem Bereich sogar Karriere machen.
  3. Alles was nach dem 36ten Lebensjahr erfunden wird ist gegen die natürliche Ordnung der Dinge.

Eigentlich müsste ich also die neue Blockchain-Technologie total spannend finden. Tue ich auch, allerdings ist diese – im Gegensatz zu Phänomenen wie Virtual Reality – eher sehr schwierig zu verstehen, was die Begeisterung für das Thema etwas abmildert. Sehr gut fand ich daher aber die BR-Radiosendung Zündfunk, die sich mit dem neuen Hype um die Blockchain-Technologie beschäftigt und dabei nicht nur das technische Prinzip erläutert, sondern offen darüber hinaus blickt. Keine Sorge, die Sendung ist für Einsteiger*innen in das Thema gedacht und bietet Einblicke in die Technologie sowie faszinierende Anwendungsbeispiele für den Vetrieb von Musik oder sogar der Organisation von staatlichen Aufgaben wie dem Ausstellen von Personalausweisen:

BR2-Zündfunk: Wie die Blockchain Technologie die Welt verändern will (Audio-Beitrag)

Was hat das mit Studieren zu tun? Im Hochschulkontext hatte Philipp Schmidt vom MIT Media Lab kürzlich ein Blockchain-Projekt vorgestellt, welches erlangte Zertifikate (sprich: eure Bachelor- oder Masterzeugnisse) sicher und transparent in einer Blockchain speichern soll:

Beitrag: Blockcerts — An Open Infrastructure for Academic Credentials on the Blockchain

Das Magazin Techcrunch hat außerdem eine Videoserie über die Kryptowährung Bitcoin und Blockchain allgemein produziert (steht noch auf meiner Watch-Liste):

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Praxisbeispiel: Das Lehrbuch der Zukunft vernetzt Lernende

Digitale Technologien ermöglichen eine flexiblere und dynamischere Nutzung von Inhalten. So können nun 20 gedruckte Lehrbücher mit ihren Inhalten auf 20 Tablets als E-Book übertragen werden. Auf diesen Tablets können dann sogar noch 100 weitere Lehrbücher gespeichert werden, die sonst ganze Schrankwände blockiert hätten – praktisch, ohne Frage. Aber auch nicht wirklich atemberaubend. Geht da nicht noch viel mehr im Jahr 2016? Das ECON E-Book aus Siegen zeigt, wie interaktive und vernetzte E-Book-Lehrbücher ihre Vorgänger aus Papier wirklich alt aussehen lassen.

Wie an Schul- und Lehrbüchern der Zukunft geforscht wird

An so called elektronischen oder digitalen Schulbüchern in der Schule bzw. Lehrbüchern im universitäten Bereich wird schon länger geforscht. Leider sind die Ergebnisse manchmal eher mau meiner Ansicht nach. Eines dieser Projekte ist das M-Book, welches multimediale Inhalte wie Audio, Diagramme oder Videos im Buch sowie eigene Markierungen und Notizen ermöglicht – allerdings nur für den einzelnen Schüler oder die einzelne Schülerin, gemeinsames Arbeiten am Text ist nicht möglich.

Aufgabenkasten, bei welchem 3 Aufgaben gestellt werden wie "Beschreibe die Entwicklung der Firma Krupp". Darunter ein einfaches Eingabefeld für Textinhalte.
Screenshot aus dem M-Book Demokapitel Geschichte mit Eingabefeld (Bild nicht unter freier Lizenz)

Auch die Aufgaben im M-Book sind so, wie man es in gedruckten Büchern kennt. Neu hinzugekommen ist nur, dass man seine Antwort nun in einem Textfeld direkt eintragen kann. Die naheliegende Möglichkeit, seine Antworten direkt digital an Lehrpersonen zu schicken aus dem Buch, ist nicht vorhanden und wird mit dem Hinweis auf den „Gläsernen Schüler“ begründet:

Können Schülerinnen und Schüler ihre Antworten und Aufgabenbearbeitungen direkt an Lehrerinnen und Lehrer versenden?
Nein, das ist aus dem mBook her­aus nicht mög­lich. Wir wol­len weder einen glä­ser­nen Schü­ler noch einen glä­ser­nen Leh­rer. Daher kön­nen Leh­re­rin­nen und Leh­rer auch nicht di­rekt auf ein Schü­ler­buch zu­grei­fen und die Ler­nen­den zum Bei­spiel beim Be­ar­bei­ten von Auf­ga­ben be­ob­ach­ten. Be­nut­zen Sie zur Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­fach Ihre be­reits ein­ge­führ­ten Tools.“

Versteht mich nicht falsch, multimediale Formate wie Audio- und Videoinhalte sind eine tolle Ergänzung und sollten meiner Meinung nach sowieso Standard sein – aber wenn an allen anderen digitalen Vorteilen gespart wird, dann bleibt mir leider nur zu sagen: Kann man so machen, ist dann aber halt… 

Geht es auch anders? Ja!

ECON E-Book: Gemeinsam Marktgeschehen simulieren und auswerten

Denken wir zurück an das Anfangsbeispiel – 20 gedruckte Lehrbücher sind nun auf 20 Tablets der Lernenden gewandert. Wo ist der große Vorteil? Genau: Alle 20 Tablets haben WLAN-Funktionalität bzw. Internetzugriff und somit kann vernetzt gelernt und gearbeitet werden. Wie nutzt man das aber in der Praxis sinnvoll aus?

Das ECON E-Book zeigt ein gutes Beispiel: Im Ökonomieunterricht wird mit Schüler*innen ein Marktgeschehen mit Käufer*innen und Verkäufer*innen simuliert. Schüler*innen verhandeln untereinander über Preise und dokumentieren ihre Verkäufe und Käufe auf Notizblöcken. Klassischerweise arbeiten Lehrer*innen mit Exceltabellen oder der Schultafel, auf welcher die verhandelten Werte der Schüler*innen manuell eingetragen und dann relativ zeitaufwändig ausgewertet werden müssen. 

Mit der ECON E-Bookplattform kann diese Simulation nun direkt mit den Tablets erfolgen – die Verkäufe und Käufe werden direkt an den ECON Server übermittelt und Lehrer*innen müssen am Ende der Simulation nur noch die Analyseseite abrufen und können die Ergebnisse direkt mit ihren Schüler*innen diskutieren. Außerdem können Schüler*innen alle Interaktionen auf dem Markt live mitverfolgen. Ein Geschehen, welches der heutigen wirtschaftlich Realität deutlich näher kommt als das Verhandeln mit Zettel und Stift. Wie das genau aussieht, seht ihr ab Minute 00:20 im Video:

Fazit: Da geht noch mehr!

Dieses kleine Beispiel sollte klar zeigen, dass mit vernetzten Geräten viel mehr als die Einzelbenutzung und Einzelbearbeitung von Inhalten möglich ist – sowohl in der Schule als auch in der Hochschule.

Kennt ihr Beispiele in der Hochschule, die mit Vernetzung bzw. vernetzten Inhalten bei Lerninhalten arbeiten? 

Weiterführende Infos:

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Screenshot aus dem Imagevideo des ECON E-Books (nicht unter freier Lizenz)
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Weil Deutschland mal wieder auf Bürokratie statt Innovation setzt: Verschwinden die PDFs wieder von den Lernplattformen?

VG Wort? Noch nie von gehört? Dürfte vielen so gehen. Die Verwertungsgesellschaft Wort funktioniert ähnlich wie die GEMA, nur statt Musik geht es um Texte. Kontrovers diskutiert wird die VG Wort ebenso wie die GEMA. Das eigentliche Ziel: Autor*innen sollen finanziell daran beteiligt werden, wenn Texte kopiert oder in Bibliotheken ausgeliehen werden. Gutes Ziel eigentlich. In der Realität fließt das Geld jedoch derzeit an die Verlage statt direkt an die Autor*innen, was der Bundesgerichtshof erst kürzlich als rechtswidrig ansah.
Was hat das mit Universitäten bzw. Hochschulen zu tun? Bisher zahlten Hochschulen Pauschalbeträge an die VG Wort, um Texte für Studierende digital bereitstellen zu können, bspw. in Seminaren als eingescanntes PDF. Mit dem neuen Rahmenvertrag soll nun eine Einzelabrechnung erfolgen – jeder hochgeladene Seminar- oder Vorlesungstext muss also gemeldet werden.

Fairer, aber mit hohem Mehraufwand?

Was eigentlich fairer klingt, bedeutet jedoch bürokratischen Aufwand: Das Campusradio Bielefeld hat in einem sehr offenen und kritischen Beitrag mit Claudia Riemer, Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität Bielefeld, über die Konsequenzen diskutiert, die ab 2017 drohen. Unter anderem könnte es verstärkt wieder analoge Semesterapparatsordner in den Bibliotheken geben, also Bücher oder Textkopien, die nicht ausleihbar sind – was weder Riemer gefällt noch den Studierenden gefallen wird:

„Zurück in die analoge Steinzeit“ – Radio-Interview mit Claudia Riemer

Lehrende sollen demnach jeden Text, den sie auf Online-Lernplattformen in Seminaren oder Vorlesungen für Studierende digital hochladen, mit einer Eingabemaske an die VG Wort melden (Anzahl der Studierenden, Seitenzahl, etc.). Laut Pilotstudie brauchen Lehrende dafür durchschnittlich 4 Minuten für einen Text, den sie bereit stellen – insgesamt also ein hoher Mehraufwand bei der Seminarvorbereitung, wenn alles zusammengerechnet wird. (Zur Erinnerung: Bisher durften sie es ohne Meldung, weil die Abrechnung mit der Verwertungsgesellschaft pauschal erfolgt. Rechtliche Grundlage ist der Paragraph 52a des Urheberrechts.).

Wenn die Befürchtungen also zutreffen, dann könnte also selbst die PDF-Schleuderei in den Lernmanagementsystemen (LMS) an den Hochschulen zurückgehen, weil der Zeitaufwand für die Lehrenden zu hoch ist. Zudem müssen bereits hochgeladene Inhalte überprüft werden und eine Vielzahl von Texten müssen eventuell wieder gelöscht werden. Claudia Riemer rät diesbezüglich Studierenden der Uni Bielefeld, dass digitale Material herunterzuladen, solange es noch verfügbar ist (für eigene Zwecke legal, wenn keine Weiterverbreitung stattfindet).

Es geht also zwei Schritte zurück an den Kopierer und Scanner – in Bielefeld überlegen sie jetzt ernsthaft, wieder mehr von diesen Geräten anzuschaffen, die eigentlich wenig gebraucht wurden. Mir fällt dazu nur folgendes ein:

Wirklich keine innovativen Lösungen im Jahr 2016 möglich?

Gut, ein bisschen mehr fällt mir schon ein: Für mich stellt sich die Frage, warum es im Jahr 2016 nicht möglich ist, zeitsparsamere Lösungen zu entwickeln, wenn die Einzelabrechnung unumgänglich ist? Anzahl der Seiten eines PDFs sowie Anzahl der Studierenden in einer Seminarguppe kann auch die Lernplattform ganz einfach ausspucken – das ist Kindergarten für Programmier*innen. Wenn die Formularmaske zudem eine Autovervollständigenfunktion hat und die VG Wort das ordentlich und benutzerfreundlich programmiert, dann verstehe ich auch nicht, wie man da auf 4 Minuten pro Textmeldung kommen kann. Und wenn das ganze noch im LMS direkt beim Hochladen via Schnittstelle an die VG Wort gemeldet wird, verstehe ich nicht mal, warum Lehrende überhaupt ein Extra-Formular ausfüllen müssen??? An alle Verantwortlichen: Bitte klärt mich auf, warum das so schwerig ist im Jahr 2016!

Bonusabsatz: Würde das Wissenschaftssystem endlich konsequent auf #OpenAccess, also freie Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Werken im Netz, umschwenken, dann wäre der Aufwand ebenfalls nur noch minimal und die Debatte müsste nicht geführt werden, weil diese Regelung nur noch ganz wenige, nichtwissenschaftliche Texte betreffen würde. Die Verlinkung von Werken muss nämlich nicht gemeldet werden, wenn kein Upload erfolgt und Autor*innen könnten über sogenannte Zählpixel trotzdem ihre Entlohnung von der VG Wort erhalten, wenn sie dies wünschen (Mehr Informationen hierzu z.B. bei der Unibib Köln).

In diesem Sinne, eine frohe OpenAccess-Woche euch allen!
http://www.openaccessweek.org/

PS: Bitte mehr von solchen Campusradio-Beiträgen!

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Der Data Breakthrough: Wie stellt man sich als Student*in im Netz dar, um Berufschancen zu verbessern?

Dass Arbeitgeber*innen gerne auch mal ihre Bewerber*innen in den Sozialen Netzwerken suchen, ist für euch sicher keine neue Info. Sollte man deshalb sicherheitshalber alle Internetprofile auf privat stellen, möglichst nicht bei Google auftauchen und auch in halböffentlichen Facebook-Gruppen oder auf Facebook-Seiten nur unkontroverse Beiträge posten, weil man diese auch via Google Suche sehr einfach finden kann wie Benedikt Geyer im Video zeigt? Alle Schotten professionell dicht machen also? Oder greift diese Strategie zu kurz?

Man bewirbt sich doch als reale Person und nicht mit seiner „Netzidentität“?

Als Master-Student denke natürlich auch ich öfter über Berufsperspektiven und die Zukunft nach – vielleicht geht euch das auch so, je nachdem in welcher wissenschaftlichen Disziplin ihr gerade unterwegs seid. Eine große Rolle spielt dabei zumindest für mich auch die Frage, wie man sich eigentlich darstellt und positioniert im Netz – an meinem Beispiel: Bin ich ein klassischer Medienpädagoge? Oder eher Bachelor of Arts der Medienbildung, was heraussticht aber was keiner genau kennt?  Was twittere ich öffentlich, was lieber nicht? Welche Fragen poste ich in Facebook-Gruppe zu wissenschaftlichen Themen oder in regionale Gruppen? Auf welchen Online-Plattformen und Sozialen Netzwerke will ich aktiv und öffentlich sichtbar sein? Welche kritischen Kommentare hinterlasse ich unter einem Online-Artikel? Und welche studentischen Hausarbeiten, Vorträge oder Videos von mir veröffentliche ich? Warum mache ich mir darüber eigentlich Gedanken?

Eigentlich könnte mir das ziemlich egal sein, weil ich mich ja mit meiner Bewerbungsmappe, meinem persönlichen Auftreten oder meiner Perfomance im Assesment Center bei Unternehmen bewerbe später – oder etwa nicht? Vielleicht checkt die Personalabteilung noch mein öffentliches Profil auf Facebook ab, um zu sehen, ob ich Partybilder veröffentliche oder Haftbefehlvideos poste – grüner Haken dran und das war es.
Was ist aber, wenn diese Unternehmen mit Dienstleistern zusammenarbeiten, die Social Media oder Internetanalysen anbieten wie es jetzt schon bei Kreditvergaben online  geschieht? Algorithmen, die dann im Vorfeld mitentscheiden anhand meiner Onlineprofile und einer Vielzahl von Faktoren, ob ich in das Unternehmen passe oder nicht? Eine Analyse, die weit über die einzelne Personalerin hinausgeht, die einfach meinen Namen bei Facebook und Google eintippt? Welches Verhalten im Netz erhöht dann meine Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden? Und welches Verhalten wirkt sich eher negativ aus?

Sicherheitshalber alle Schotten dicht machen?

Spontan würde man jetzt vielleicht so reagieren : „Dann stelle ich sicherheitshalber gar nichts von mir ins Netz und habe nur private, geschlossene Profile – wenn überhaupt!“. Dieses Konzept wird auch als Datensparsamkeit bezeichnet und nach meinem Gefühl das in Deutschland favorisierte Konzept im Umgang mit persönlichen Daten, vor allem an Hochschulen und bei den meisten Studierenden. Die Verantwortung liegt vorrangig bei der einzelnen Person in der Nutzung.
Leider greift dieser spontane Gedanke zu kurz, da es ebenso umgekehrt Vorteile geben kann, die mir verschlossen bleiben können: Was ist, wenn das Nichtauffinden auf Plattformen mir bereits einen Job verwehrt? Was ist, wenn bestimmte Unternehmen nur noch auf LinkedIn oder XING nach passenden Bewerber*innen suchen? Oder junge Absolvierende, die mit einem offenen Auftreten nach Außen auffallen, bereits einen Blog betreiben, in wissenschaftlichen Facebook-Grupen aktiv sind oder ein Profil bei Researchgate oder Academia haben? Oder wenn kleine Unternehmen einfach online nach Spezialist*innen für ein Nischenthema suchen und mich über meine Webseite oder meine veröffentlichten Inhalte auf studierendenwissen.de finden könnten, weil ich dazu schon unzählige Seminararbeiten gemacht habe – nur keiner außer meiner Professor*innen davon weiß? Und twittere ich gerade vielleicht schon mit meinem zukünftigen Arbeitgeber oder meiner zukünftigen Arbeitgeberin, wenn ich jetzt einen Tweet mit einer Rückfrage oder Anmerkung sende und auf dem Radar auftauche?
Kurz: Wie werden Personen oder Unternehmen auf mich aufmerksam bzw. was erfahren sie über mich im Netz, ohne mich persönlich zu kennen? Und wie werde ich umgekehrt auf sie aufmerksam und wie vernetze ich mich?

Alle Schotten dicht = mögliche Vorteile Adé!

Datensparsamkeit bedeutet auch, dass man sich möglichen Vorteilen komplett verschließt und unsichtbar bleibt. Was meine ich damit genau?

Ein kleines, persönliches Beispiel: In einem Seminar haben meine Mitstudierende Judith und ich im Online-Kurs Changemaker-MOOC mitgemacht und eine Projektidee für möglichst barrierearme Kochvideos entworfen für Menschen mit geistiger Behinderung („Jetzt kochst DU!“). Durch einen Artikel, den ich auf meinem Blog geteilt habe, sind mehrere Monate später die Organisatorinnen der digilog16-Fachtagung in Köln auf uns zugekommen, weil sie nach Referent*innen für Erklärvideos im sozialen Kontext gegoogelt haben und unseren Blogartikel gefunden haben. Um die Zahlen in den richtigen Kontext zu setzen: Laut Statistiktool haben den Beitrag ganze 15(!), ich wiederhole lausige 15(!) Personen angeklickt und unsere Videos auf Youtube wurden insgesamt 80 Mal abgespielt. Dabei vermutlich größtenteils von uns selber, um es Freunden zu zeigen. 😉 Von einem viralen Erfolg kann man hier also nicht sprechen und doch sind wir nun Referent*innen – weil wir auffindbar waren im Netz.

Jetzt kochst DU!

Dieses Beispiel basiert noch sehr auf menschlicher Analyse sowie Entscheidung – und doch spielt schon der Google Suchmaschinenalgorithmus eine Rolle, ohne welchen der nicht sehr verbreitete Artikel nicht gefunden worden wäre.

Was also tun?

Vielleicht erwartet ihr jetzt eine Handlungsempfehlung für den perfekten Auftritt im Netz, um die Chancen für den Berufseinstieg zu erhöhen? Hierbei muss ich euch leider (vorerst) enttäuschen: Ich habe derzeit keine allgemeingültige Antwort. In einem aktuellen Textentwurf habe ich mich aber mit dem persönlichen Dilemma und der großen Herausforderung beschäftigt, dass in Zeiten flächendeckender Datenanalysen (z.B. Big Data, Machine Learning, Künstliche Intelligenz) die Konsequenzen für die einzelne Person nicht mehr kalkulierbar sind und somit Fragen nach der Positionierung im Netz extrem schwer abzuwägen sind. Der große Unterschied in Zukunft ist nämlich: Statt der einzelnen Personalerin, die die Bewerbungen einzeln durchgeht, übernehmen nun Algorithmen das Filtern von Bewerber*innen, treffen eine Vorauswahl oder Einschätzungen zu Personen – am Auswahlprozess können trotzdem noch Menschen beteiligt sein, aber die Datenanalyse als Entscheidungsgrundlage in allen Lebensbereichen nimmt stetig zu.

Warum finden diese Debatten an Hochschulen wenig statt? Um es ganz hart zu sagen: Für viele Personen, die bereits fest im Berufsleben oder an der Hochschule sind und ihren Platz gefunden haben, mag diese ganze Debatte nebensächlich erscheinen. Diese Personen können sich Datensparsamkeit leisten, können öffentlich darauf pochen und es als Leitline vorgeben und sogar aktiv vorleben. Auch für Personen, die über Vitamin B in das Berufsleben kommen, spielt es wohl weniger eine Rolle. Es hat für diesen priviligierten Personenkreis in absehbarer Zeit nämlich keine negativen Konsequenzen mehr – zumindest ist das die Hoffnung dahinter.
Für Studierende ist die Auseinandersetzung damit meiner Ansicht nach aber umso wichtiger, weil ich als Studierender eben nicht aus dieser priviligierten Perspektive argumentieren kann. Das alles habe ich versucht im folgenden Text etwas aufzuschlüsseln am Beispiel der Medienpädagogik:

Ich freue mich auf Kommentare – korrigiert mich gerne, wenn ich in einigen Punkten falsch liege 🙂

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Foto von 50Hertz/Pixabay (CC0 Lizenz).
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Ein wissenschaftliches Journal mit Videoessays: Journal of Embodied Research

Es ist noch nicht lange her, da sagte ein Dozent zu mir in Köln: „Youtube-Videos braucht ihr gar nicht erst versuchen als Quelle anzugeben – das wissenschaftliche Publikationsformat ist textbasiert und bis jetzt wurde kein anderer Weg gefunden!“. Was aber, wenn es Videos statt Texte gibt, die wissenschaftlichen Standards entsprechen? Die ebenso mit Quellen arbeiten und den Ansprüchen genügen? Ist das Video dann schlechter oder besser als ein Text?

Mit dem Journal of Embodied Research wird jetzt der Versuch gewagt, ein wissenschaftliches Journal anzubieten, welches nur aus Video-Essays besteht und sich an ein breiteres Publikum richtet als bisherige Projekte: „This will be the first peer reviewed video essay journal to be published for a broad scholarly readership“. Die Ziele sind ambitioniert: „JER will be relevant to a wide number of disciplines, including Theatre, Dance & Performance Studies, Film & Media Studies, Anthropology & Neuroanthropology, Cultural Studies, and Disability Studies, that encompass the Humanities, Medicine, Arts, and Sports Science, as well as professional Performing Arts practice and Expressive Arts Therapies“.

Vielleicht habt ihr selber schon mal ein Videoessay – bewusst oder unbewusst – gesehen im Netz, z.B. über Wes Anderson Filme:

Video-Essays sind in den Medienwissenschaften an sich kein neues Format, um Filme, Aufführungen oder Computerspiele zu analysieren (oft muss zusätzlich dazu ein wissenschaftlicher Text mit Konzept und Begründung eingereicht werden). Der Vorteil: In Textform müssen Szenen von Filmen oder Spielen umständlich beschrieben werden, während sie im Videoformat einfach gezeigt werden können.
So existiert bereits das Journal of Videographic Film & Moving Image Studies, welches zusätzlich die Review-Notizen und einen Text des Autors bzw. der Autorin veröffentlicht. Ein Beispiel findet sich hier:

Es stellt sich natürlich die Frage, wie valide solche Video Essays sind und wie ein solches Essay den wissenschaftlichen Standards gerecht werden kann – dies bemerkt ihr sicher schon, wenn ihr das erste mit dem zweiten Video vergleicht. Daher wird es spannend sein, wie das Journal of Embodied Research den Review-Prozess und die Darstellung des Journals gestaltet, wenn es nicht nur um Filme gehen soll.

Weiterhin stellt sich die große Frage, welchen Einfluss das Format Video auf die wissenschaftlichen Publikationswege in anderen Disziplinen haben wird in Zukunft. Technisch existieren hierbei nämlich nur noch sehr wenige Hürden, die gegen eine Nutzung des Formats Video sprechen.

Falls ihr bereits innovative Beispiele kennt, gerne her damit!

Weiterführende Links:

 

 

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Stash will Read-it-later und Bookmarking besser machen

Falls ihr bereits einen Read-it-Later Dienst wie PocketInstapaper oder Wallabag nutzt, kennt ihr das Problem vielleicht: Einen Online-Artikel zu speichern für das spätere Lesen ist das Eine, ihn tatsächlich dann auch zu lesen ist das Andere.

Der Dienst Stash will dieses Problem nun angehen und setzt auf Benachrichtigungen – ihr könnt also direkt entscheiden, wann genau ihr diesen Artikel später lesen wollt. Ich werde das ganze mal testen und schauen, ob das tatsächlich so funktioniert.

stash_notifications
Promobild von Stash, nicht unter freier Lizenz

Weiterhin verspricht Stash die automatische Kategorisierung euer gespeicherten Lesezeichen, was tatsächlich eine echte Zeitersparnis wäre sowie das einfache Hin- und Herschicken von Artikeln auf verschiedene Geräte:

Unschön: Stash will bei der Chrome-Erweiterung die Berechtigung „Zugriff auf den Browserverlauf“. (In Bezug auf Freigaben ist da immer noch die Erweiterung des Dienstes elcurator.net vorbildlich)

Falls ihr noch weitere Tools für Bookmarks ausprobieren wollt: Guido hat sich mit den Updates bei Diigo sehr zufrieden gezeigt und hat auf seinem Blog einen Einblick gegeben, wie er den Dienst für sein Wissensmanagement verwendet: Diigo und mein Wissensmanagement.

(via techcrunch)

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Mit Tarnkappe durch das Netz: Zwei einfache Anti-Tracking Tools für euren Browser

Das Studium kann es manchmal nötig machen, dass man nach Begriffen im Netz sucht, die eher nicht zu den alltäglichen Suchbegriffen gehören. Dazu gehören auch Begriffe zu Themen, die man nicht unbedingt in Form von Werbeanzeigen auf Webseiten oder Buchvorschlägen in Online-Shops wiedersehen möchte.  Was kann man dagegen tun? Und wie werdet ihr als User im Netz eigentlich analysiert bzw. getracked während ihr verschiedene Webseiten besucht?

Grundsätzlich gibt es sehr viele Möglichkeiten, eure Aktivitäten im Netz zu analysieren: Eure IP-Adresse ist beispielsweise eine sehr einfache Variante, um euch auf einer Webseite zu identifizieren. Und eins ist seit Snowden klar: Unbeobachtet online zu sein ist eine immens schwere Aufgabe.
In diesem Artikel soll es allerdings vorerst um zwei Tracking-Methoden gehen, die ihr relativ leicht verhindern könnt: Tracking-Cookies, die eure Aktivität über verschiedene Webseiten verfolgen sowie Plugins von Sozialen Netzwerken auf Webseiten wie z. B. ein Like-Button, welcher dem Anbieter des Sozialen Netzwerks verrät, dass ihr gerade die jeweilige Webseite besucht. (Ausführliche Erklärung findet ihr unten)

Was kann man gegen Tracking beim Surfen tun?

Browser-Erweiterungen: EFF Privacy Bagder und Ghostery

Für die Browser Chrome und Firefox existieren verschiedene Add-Ons, die die sogenannten Tracking-Cookies nicht zulassen und auch Tracking-Plugins von Sozialen Netzwerken wie den Like- oder Share-Button so blockieren, dass keine Verbindung zum Server des jeweiligen sozialen Netzwerks aufgenommen wird.

Logo des Privacy Badgers: Ein gemaltes Stinktier mit schelmisch lächelnden Gesicht
Privacy Badger Logo, nicht unter freier Lizenz

Eine Anti-Tracking-Tool ist der Privacy Badger, welcher von der NGO Electronic Frontier Foundation entwickelt wird. Die Anzeige des Privacy Badgers ist am Anfang etwas irritierend, da die Privacy Badger Erweiterung Cookies erst blockiert, wenn tatsächlich festgestellt wird, dass dieser auf mehreren Seiten genutzt wird.

Download der Browser-Erweiterung: Privacy Badger

Alternativ dazu bietet die Anti-Tracking-Erweiterung Ghostery eine etwas schickere und leichter verständliche Oberfläche als der Privacy Bagder. Allerdings steckt hinter Ghostery ein kommerzielles Unternehmen sowie ein Geschäftsmodell: Das Plugin sammelt anonyme Daten, um mehr über die Werbeanzeigen-Nutzung zu erfahren – diese Datensammlung kann jedoch bei der Einrichtung deaktiviert werden. Ghostery bietet ebenfalls eine Browser-App für das Smartphone an, mit der ihr trackingfrei surfen könnt (Android-App, iOS-App)

Webseite der Browser-Erweiterung: Ghostery

Werbeanzeigen blockieren mit uBlock

Um Werbeanzeigen auf Webseiten ist seit längerem ein heftige Diskussion entbrannt – Anbieter wie Zeitungsverlage beharren stets darauf, dass ohne Online-Werbeanzeigen die Journalist*innen nicht finanziert werden können. Die Anzeigen werden jedoch meist über große Werbenetzwerk-Anbieter abgewickelt Thorsten Schröder und Frank Rieger zeigten aber auf der re:publica 2016 sehr eindrucksvoll, dass Verlage ihre Leser*innen nicht vor Schadcode schützen können, der über diese Werbenetzwerke ausgespielt werden können: Ad-Wars (republica 2016, Youtube). Die Entscheidung bleibt also neben der Frage der Finanzierung von Journalismus oder anderen Inhalten im Netz eine Frage der Sicherheit des eigenen Computers.

Die populärste Erweiterung zum Blockieren von Werbeanzeigen ist Ad-Block Plus, die allerdings immer wieder in Kritik geraten ist.

Rotes Stoppschild mit einem u darin sowie dem Schriftzug uBlock
Logo uBlock, nicht unter freier Lizenz

Eine Alternative ist die Open Source Erweiterung uBlock Origin, welche ich persönlich in Kombination mit dem EFF Privacy Badger nutze. Wenn eine Webseite nicht korrekt angezeigt wird, kann die Blockierung auch temporär abgeschaltet werden.

 

Wie funktioniert die Verfolgung im Netz genau?

Tracking-Methode 1: Cookies

Cookies sind an sich sind keine „böse“ Technologie, sondern werden von Webseiten auf eurem Rechner oder eurem Smartphone angelegt, um euch z.B. automatisch einzuloggen auf Webseiten. Sie können aber leider auch total gut dazu benutzt werden, um euch auf mehreren Webseiten zu folgen und euch bspw. zielgerichtet Werbung anzuzeigen.
Dadurch also, dass Webseitenbetreiber*innen also Werbeanzeigen von Werbenetzwerken einbinden, können Cookies bei euch abgelegt werden. Binden auch andere Webseiten Werbeanzeigen von diesem Anbieter ein, kann das Werbenetzwerk euch über mehrere Webseiten hinweg analysieren.

Tracking-Methode 2: Plugins von Sozialen Netzwerken

Der Like oder Share-Button von Facebook oder der Share-Button von Twitter sind inzwischen auf vielen Webseiten zu finden. Es gibt Varianten, die nur auf einen externen Dialog bei Facebook oder Twitter verlinken, der sich in einem Extra-Fenster öffnet. Zum Beispiel könntet ihr diese Seite mit diesem Link teilen: Beitrag auf Twitter teilen. Erst wenn ihr auf den Link klickt, kann Facebook registrieren, dass ihr diesen Blogbeitrag besucht habt.

Beispiel eines Like-Buttons, welcher die Like-Anzahl anzeigt und direkt von Facebook geladen wird (Screenshot)
Like-Button Screenshot

Es gibt aber auch eine Variante, bei welcher der Like-Button direkt von Facebook geladen wird und bspw. die Like-Anzahl direkt anzeigt (siehe rechts). Ohne Erweiterung wie dem Privacy Badger oder Ghostery wird Facebook somit direkt beim Seitenbesuch darüber informiert, dass ihr auf diesem Blogbeitrag bzw. auf der jeweiligen Webseite unterwegs seid.

Weitere Methoden

Dies waren nur zwei kleine Methoden, die eure Aktivitäten im Netz analysierbar machen. Es gibt jedoch weitaus mehr Überwachungs- oder Analysemöglichkeiten, gegen die auch diese Browser-Erweiterungen nicht oder nur bedingt schützen. Einen kompakten Einstieg (englisch) bietet die Surveillance Self Defense Webseite des EFF oder der Artikel  Zwei Jahre Snowden-Enthüllungen: Special zur digitalen Selbstverteidigung auf netzpolitik.org.

Auch wenn die Online-Überwachung für Privatpersonen im Alltag oft nebensächlich erscheinen mag, es keine hundertprozentige Sicherheit gibt und man sich auf Sozialen Netzwerken nur bedingt schützen kann – viele Berufsgruppen wie Anwälte, Ärzte, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Journalist*innen sind auf eine geheime Kommunikation angewiesen, um Patient*innen bzw. Klient*innen zu schützen. Und auch Forscher*innen haben oft eine hohe Verantwortung gegenüber Personen, von denen sie vertrauliche Daten erheben. Spätestens an dieser Stelle sollte man sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und Patientendaten beispielsweise keinesfalls unverschlüsselt per E-Mail durch das Internet schicken.

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: PublicDomainImages auf Pixabay, CC0.
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#OpenIdea: Open Campus Screens, um Fakultäten sozial zu vernetzen?

Man sollte ja nicht immer nur meckern, sondern auch mal machen. Etwas, was mich immer wieder ärgert ist der Informationsfluss, die Vernetzung und der Austausch an Fakultäten, z.B. an meiner Fakultät 01 für Sozialwissenschaften. Hier dominieren noch E-Mailnewsletter, Rundmails und Zettelaushänge. Es gibt keine Möglichkeit, dass Studierende oder auch Forschende selbstständig Projekte, interessante Inhalte oder Fragen posten können, die für alle an der Fakultät einsehbar sind.

Bezogen auf digitale Tools und Kommunikationsmöglichkeiten ist da noch viel Luft nach oben meiner Meinung nach – daher habe ich für den Studierendenwettbewerb #up2u der TH Köln ein Konzept entwickelt, welches an den bestehenden technischen Systemen andockt und digitale Kommunikation auch in die Flure der Fakultätsgebäude bringen soll: Die Open Campus Screens.

Titelfolie der Präsentation Open Campus Screen. Nur Text, keine Fotos.

Kernidee war es, sowohl eine Austauschmöglichkeit online mit dem Laptop oder Smartphone sowie auf verschiedenen Bildschirmen innerhalb der Hochschulgebäude zu schaffen, damit interessante Inhalte oder Fragen geteilt werden können – von allen Personen der Hochschule und ohne externe Anmeldung bei einem weiteren Dienst. (Was dort gepostet werden könnte, seht ihr in der Präsentation unten)

Maßgeblich inspiriert wurde die Idee durch das Projekt KISDSpaces an der Köln International School of Design. In diesem wurde eine Projektplattform für die Fakultät realisiert, in welcher alle Personen, die Zugang haben, ganz einfach Beiträge erstellen können. Diese sind dann für alle eingeloggten User auf der Startseite von KISDSpaces sichtbar. Eine kleine Demo seht ihr hier:

Folie mit möglichen Open Campus Screens. Dargestellt sind raspberry pi lösungen, z.B. eine arcade maschine mit kartons, ein armband oder ein normaler touchscreen.
Wie könnten Open Campus Screens aussehen? (Bilder nicht unter freier Lizenz)

Wie sehen Open Campus Screens aus? Die Bildschirme sollten keine 10’000 € Anschaffung sein, sondern vorerst experimentiell mit möglichst wenig Budget von Studierenden entworfen werden, z.B. mit Hilfe des kostengünstigen Mini-Computers raspberry pi. Dahingehend habe ich auch versucht, die Studierenden anderer Fakultäten (Informatik, Design, etc.) in das Konzept zu integrieren und einen gemeinsamen Experimentierraum zu erschaffen.

Hier eine kurze Präsentation, die ich auf dem Mini-Barcamp „My digital world. Welche Kompetenzen brauchen wir für das Lehren, Lernen, Arbeiten im Netz?“ auf dem 6. Tag der exzellenten Lehre der TH Köln mit Teilgeber*innen diskutiert habe zu der Idee:

 

Das gesamte, ausformulierte Konzept findet sich hier – Kommentare sind gerne gesehen, wie immer gerne auch kritisch:

Bzgl. Technik ging es in diesem Fall es vornehmlich um das LMS ILIAS, welches an der Fakultät 01 der TH eingesetzt wird (Das Konzept lässt sich aber auf alle Learn Management Systeme anwenden). Der große Vorteil: Es ist unter Open Source Lizenz verfügbar und kann dementsprechend von Programmierer*innen frei erweitert werden. Dieses Potenzial für Experimente – auch von studentischer Seite – wird aber weitgehend ignoriert meiner Erfahrung nach. Das LMS ist meist eine starre Konstante ohne Raum für Experimente.

Lizenziert ist alles unter einer CC0 Public Domain Lizenz – wäre natürlich traumhaft, falls das Konzept irgendwo umgesetzt wird oder einen Impuls liefert. Also bitte frei weiterverwenden!

Hier noch die Abschlussfragen, die ich auf dem Barcamp diskutiert habe:

  1. Funktioniert das?
  2. Braucht das überhaupt jemand?
  3. Hat die Idee einen echten Mehrwert?

Ich freue mich auf Kommentare!

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für studieren.digital. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten.
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Udacity Nanodegree: Studierende sollen an selbstfahrendem Auto arbeiten

Udacity-Gründer Sebastian Thrun hat auf der Techcrunch Disrupt Konferenz San Francisco etwas mehr über die Ziele des Nanodegree-Programms erzählt und kurz über den Shift von der Zusammenarbeit mit Universitäten hin zu Wirtschaftsunternehmen, die Talente brauchen für Themen, die sie sich so dynamisch verändern, dass kein Standard-Hochschulcurriculum hinterherkommt. Beispiel hierfür ist die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Für diesen Spezialbereich soll nun ein Nanodegree-Kurs starten, bei welchem Studierende ihre Entwicklungen direkt an einem echten Auto testen können.

Auf der Konferenz wird auch das Startup Battlefield ausgetragen. Die Videos der Pitches, die schon einiges über zukünftige Entwicklungen im Bereich Machine Learning, Big Data & Co verraten, findet ihr hier im Techcrunch-Videokanal. Der Hashtag auf Twitter ist #TCDisrupt.

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