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Warum darf man während einer Prüfung nicht googeln?

Jöran Muuß-Merholz (@joeranDE) hat ein großartiges Podcast-Interview mit dem Lehrer Tommy Ittu (@tommyittu) von der School21 in London geführt, welche sich auf 21th Century Skills, projektbasiertes Lernen sowie den vielfältigen Einsatz von Medien konzentriert: EDU001 Mit digitalen Medien die Schule transformieren – ein Besuch in der School 21 in London. Im Podcast kritisiert Tommy Ittu die weltfremde Situation, in welcher Schüler*innen immer noch Prüfungen ablegen müssen und unter diesen Bedingungen ihre Kompetenz unter Beweis stellen sollen:

Die Aussagen passen auch gut zum Rant von Christian Friedrich (@friedelitis) im Feierabendbier Open Education Podcast. In der angesprochenen Folge kritisiert er einige Akteure des Hochschulforums Digitalisierung, weil sie vorrangig technische Maßnahmen suchen, um Internetrecherchen oder das Kopieren von Antworten aus dem Internet bei Prüfungen am Computer zu unterbinden – statt sich über die gesamte Prüfungssituation Gedanken zu machen:

Bayerische Abiturient*innen könnten hier allerdings schon viel weiter sein: Der Betreiber der Plattform lehrermarktplatz.de stellt sich derzeit die Frage, ob bayerische Abiturienten während der Deutsch-Prüfung 2017 auf seiner Seite waren. In einem Blogbeitrag zeigt er nämlich, dass am Tag der Prüfungen eine Seite besonders oft abgerufen wurde:  Die Interpretation des Gedichts Winternacht, welches auch Thema in der Abiprüfung war an diesem Tag.

Einige Impressionen von der School21 finden sich übrigens auch bei Youtube – ich durfte selber letztes Jahr der School21 einen Kurzbesuch abstatten und war baff begeistert, wie unaufgeregt und selbstverständlich dort Medien mit in die Projekte und in den Unterricht integriert sind: 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Gerne weiterverwenden! Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für generation-streamsmart.de. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich meist direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Foto von Triplec85 (CC0, Wikimedia Commons).

One Comment

  1. Zu meiner Studienzeit (2003 bis 2008, also schon zu Zeit des Internets, aber noch nicht ganz des mobilen und überall verfügbaren Internets) gab es die schöne Tradition der „Kofferklausuren“. Das waren Prüfungen, zu denen alle „analogen“ Hilfsmittel (Bücher, Vorlesungsmitschriften, Formelsammlung, Übungsunterlagen, etc.) erlaubt waren. Dafür war das Niveau der Aufgaben dann allgemein etwas höher und der Zeitdruck immens. Klar konnte man die eine oder andere Sache nachschlagen, das kostete aber Zeit, und so war es besser, wenn man doch möglichst viel wusste, ohne im Buch „googeln“ zu müssen.
    Ähnliche Erfahrungen haben mir auch die Studierenden von Prof. Handke in Marburg berichtet, die im letzten Semester eine elektronische Klausur ebenfalls mit Google-Unterstützung schreiben durften.

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